„Schufa-Score-Simulator" — ein Begriff, den es bei der Schufa nicht gibt
Viele Vergleichsportale werben mit einem angeblichen „Schufa-Score-Simulator". Ein Produkt dieses Namens führt die Schufa nicht. Ihr eigenes, kostenloses Werkzeug zur Nachvollziehbarkeit des Scores heißt Erklärtool und arbeitet mit den echten, zwölf offengelegten Kriterien. Angebote unter dem Namen „Score-Simulator" stammen dagegen von Drittanbietern ohne jeden Zugriff auf echte Schufa-Daten.
Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich. Für die Vermittlung fallen für Sie keine Vorkosten an (§ 655d BGB). Wir erhalten eine Provision vom Kreditgeber, wenn ein Vertrag zustande kommt.
Gibt es einen offiziellen „Schufa-Score-Simulator"?
Nein. Die Schufa führt kein Produkt dieses Namens. Ihr offizielles Werkzeug zur Nachvollziehbarkeit des eigenen Scores heißt Erklärtool und ist über den kostenlosen Schufa-Account sowie in der bonify-App verfügbar. Was im Netz unter „Score-Simulator" beworben wird, kommt von Drittanbietern ohne Zugang zu echten Schufa-Daten.
Der Unterschied ist wichtig: Ein echtes Erklärtool rechnet mit den zwölf tatsächlich verwendeten Kriterien Ihres eigenen Schufa-Datenbestands. Ein Drittanbieter-„Simulator" kann diese Daten nicht kennen — er arbeitet bestenfalls mit groben Schätzformeln, im schlechteren Fall dient er vor allem dazu, persönliche Daten für Werbezwecke zu sammeln.
Wie funktioniert das echte Erklärtool der Schufa?
Nach kostenloser Anmeldung zeigt das Erklärtool, welche der zwölf offengelegten Kriterien in Ihrem Fall wie stark ins Gewicht fallen — von Zahlungsstörungen über das Alter des ältesten Bankvertrags bis zur Anzahl der Anfragen der letzten zwölf Monate. Die Schufa gibt an, dass sich die Punktevergabe je Kriterium nachrechnen lässt.
Der neue, einheitliche Schufa-Score läuft seit dem 17.03.2026 und ersetzt den bisherigen Basisscore sowie die sechs Branchenscores durch einen einzigen Wert auf einer Skala von 100 bis 999. Die sechs alten Branchenscores laufen als Übergangslösung noch bis Ende 2028 parallel.
Aus über 250 möglichen Merkmalen wurden für den neuen Score genau zwölf ausgewählt und offengelegt — deutlich mehr Transparenz als beim alten Verfahren, bei dem die Gewichtung weitgehend intransparent blieb.
Die fünf Score-Klassen des neuen Schufa-Scores
| Klasse | Bereich | Anteil der Bevölkerung (ca.) |
|---|---|---|
| Hervorragend | 776–999 | 62 % |
| Gut | 709–775 | 20 % |
| Akzeptabel | 642–708 | 8 % |
| Ausreichend | 100–641 | 2 % |
| Kein Score / offene Zahlungsstörungen | — | 8 % |
Quelle: Schufa Holding AG, Ankündigung 03.04.2025, Live-Start 17.03.2026.
Die zwölf offengelegten Kriterien des neuen Scores
- Vorhandene Zahlungsstörungen
- Alter des ältesten Bankvertrags
- Alter der ältesten Kreditkarte
- Alter der aktuellen Adresse
- Alter des jüngsten Rahmenkredits
- Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten/Kreditkarten in 12 Monaten
- Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in 12 Monaten
- Aufgenommene Ratenkredite in 12 Monaten
- Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite
- Kreditstatus
- Bestehender Immobilienkredit
- Vorliegen einer Identitätsprüfung
Woran Sie einen unseriösen „Score-Simulator" erkennen
Nicht jedes Drittangebot ist automatisch unseriös — manche liefern grobe, unverbindliche Einschätzungen. Vorsicht ist trotzdem angebracht, wenn eines dieser Merkmale zutrifft:
- Verlangt werden vollständige persönliche Daten (Geburtsdatum, Anschrift, Einkommen) noch vor jeder Auskunft.
- Ein Ergebnis wird versprochen, ohne dass jemals ein echter Datenzugriff auf die Schufa erfolgt.
- Im Anschluss folgt unaufgefordert Werbung für Kredite oder Versicherungen.
- Es fehlt ein klarer Hinweis, dass es sich um eine Schätzung eines Drittanbieters handelt, nicht um ein Schufa-Produkt.
Ein ungelöster Widerspruch beim neuen Score
Kriterium 4 des neuen Scores ist das „Alter der aktuellen Adresse" — ein Anschriftendatum. Ab dem 20.11.2026 verbietet § 37a Abs. 2 Nr. 1 lit. d BDSG n. F. die Verwendung von Anschriftsdaten beim Scoring ausdrücklich und ohne Ausnahme. Wie die Schufa diesen Widerspruch auflöst, ist bislang öffentlich nicht beantwortet — ihr vier Monate altes Score-Modell dürfte sich dadurch erneut ändern.
Häufige Fragen
Ist das Erklärtool der Schufa kostenlos?
Ja, es ist Teil des kostenlosen Schufa-Accounts und steht auch über die kostenlose bonify-App zur Verfügung.
Kann ich mit dem Erklärtool meinen zukünftigen Score vorhersagen?
Nein, es erklärt den aktuellen Stand anhand der zwölf Kriterien, trifft aber keine Prognose über künftige Entwicklungen — dafür müssten Sie Ihr Verhalten und mögliche neue Meldungen selbst einschätzen.
Nutzen alle Banken bereits den neuen Score?
Nein. Nach aktuellem Stand nutzen erst etwa 25 Prozent der Vertragspartner den neuen Score, der Rest arbeitet noch mit den alten Basis- und Branchenscores, die bis Ende 2028 parallel laufen.
Verschlechtert der neue Score meine Bonität automatisch?
Nicht automatisch, aber laut Schufa werden rund 8 Prozent der Verbraucher durch die Umstellung schlechter bewertet als zuvor. Das Erklärtool zeigt, ob und warum das bei Ihnen der Fall sein könnte.
Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich. Für die Vermittlung fallen für Sie keine Vorkosten an (§ 655d BGB). Wir erhalten eine Provision vom Kreditgeber, wenn ein Vertrag zustande kommt.
Quellen
- Schufa Holding AG — Ankündigung des neuen Scores, 03.04.2025 (Stand: 3. April 2025)
- Schufa Holding AG — Live-Start des neuen Scores (Stand: 17. März 2026)
- § 37a BDSG n. F. — Verbot bestimmter Datenkategorien beim Scoring ab 20.11.2026 (Stand: 18. Mai 2026)
Wer diese Seite verantwortet
Thomas Mücke vermittelt seit 15 Jahren Konsumentenkredite und betreibt kredit-ohne-schufa.de seit 2004. Inhaberin der Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 GewO ist die Astuna GmbH; die zuständige Aufsichtsbehörde steht im Impressum. Er schreibt hier, was er in der Vermittlung sieht — auch dann, wenn die ehrliche Antwort „kein Kredit" lautet.Stand: 7. August 2026 · geprüft von Thomas Mücke